Woche 20: Wenn der Hype zur Falle wird – Ticketbetrug rund um WM & Co.
Die Eishockey-Weltmeisterschaft hat gerade begonnen, und auch die Fussball-Weltmeisterschaft steht schon in den Startlöchern. Doch nicht nur die Fans fiebern solchen Grossereignissen entgegen, auch Betrüger sehen darin eine Gelegenheit, Profit zu machen und Anhänger zu täuschen. So erhielt das BACS in der vergangenen Woche mehrere Meldungen zu Webseiten rund um die Fussball-WM, die die offiziellen Ticketverkaufsstellen kopieren. Aber auch unabhängig von Grossveranstaltungen nutzen Kriminelle jede Chance, um Personen auf der Suche nach Tickets hereinzulegen.
Cyberkriminelle nutzen Grossveranstaltungen oft, um Interessierte zu täuschen und um ihnen Geld abzuknöpfen. Dazu werden beispielsweise gefälschte Ticket- oder Fanartikel-Webseiten erstellt. Häufig wirken die Angebote so verlockend günstig, dass man kaum widerstehen kann. Oder es werden Tickets angeboten, die auf dem regulären Markt nicht mehr oder nur noch in sehr begrenzter Anzahl erhältlich sind. In der Erwartung einer schnellen Lieferung wird der geforderte Preis bezahlt. Die Enttäuschung folgt jedoch rasch, denn die bestellten Tickets treffen nie ein oder sind ungültig.
Diese Woche wurden dem BACS gleich mehrere Webseiten im Zusammenhang mit der anstehenden Fussball-Weltmeisterschaft 2026 gemeldet.
Vermeintlicher Rabatt mit Countdown: Betrug im Zoo-Zürich-Look
Doch auch andere Anlässe und Ausflugsziele bleiben vor gefälschten Ticketwebseiten nicht verschont. Ein Beispiel, das dem BACS immer wieder gemeldet wird, sind gefälschte Webseiten des Zoo Zürich. Besonders heimtückisch ist, dass die Käufer bewusst unter Entscheidungsdruck gesetzt werden. Ihnen wird ein scheinbar grosszügiger Rabatt von 40% versprochen, allerdings nur, wenn sie sich innerhalb weniger Minuten festlegen. Um diesen Zeitdruck zu verstärken, wird eine Uhr eingeblendet, die unerbittlich herunterzählt. Den Nutzern wird so ständig vor Augen geführt, wie wenig Zeit ihnen angeblich noch bleibt, um vom Rabatt zu profitieren. Der Eindruck einer einmaligen Gelegenheit soll gezielt Angst erzeugen, etwas zu verpassen. Hier nutzen die Betrüger das bekannte Phänomen «Fear of Missing Out» (FoMO) oder auf Deutsch die «Angst, etwas zu verpassen». Nach Ablauf der Zeit bleibt der Timer übrigens nicht bei null stehen, sondern springt auf 15 Minuten zurück und beginnt erneut zu zählen. Wer die Tickets kaufen möchte, muss seine Kreditkartendaten eingeben und wird so Opfer eines Phishing-Angriffs.
Süsse Versuchung, bittere Falle: Fake-Tickets fürs Lindt-Museum
Auch Schokoladenliebhaber sind im Visier von Ticketbetrügern. In einem aktuellen Fall haben die Betrüger die Webseite des Schokoladenmuseums von Lindt kopiert. Bereits zweimal wurde dem BACS eine entsprechende betrügerische Website gemeldet. Das Besondere an diesen Fällen ist, dass sich die Täter gezielt die Tippfehler der Nutzer zunutze machen. So wurde in einem Fall anstelle von «chocolate» die fehlerhafte Schreibweise «chochlate», also ohne «e», im Domainnamen verwendet. Im zweiten Fall wurde dem Wort «chocolate» ein «s» angehängt. Die Betrüger spekulieren darauf, dass sich die Opfer vertippen und so unbemerkt auf einer täuschend echt wirkenden Betrugsseite landen. Auch in diesen Fällen mussten für die Ticketbestellung die Kreditkartendaten angegeben werden. Um die Täuschung perfekt zu machen, werden die Opfer nach dem Kauf auf eine separate Seite eines Zahlungsdienstleisters geleitet, wie es auch bei seriösen Shops der Fall ist.
Ticketbetrug via Dating-Plattform
Dem BACS werden aber auch regelmässig Ticketbetrugsseiten im Zusammenhang mit sogenannten Romance-Scams gemeldet. Dabei nutzen Betrüger Dating-Plattformen, um an ihre Opfer zu gelangen. Die Betrüger geben sich als sympathische und attraktive Personen aus und bauen schnell eine emotionale Verbindung zu ihren Opfern auf. Innerhalb kurzer Zeit schlagen sie ein Treffen bei einem Konzert oder im Theater vor und senden dazu einen Link zu einem vermeintlichen Ticketshop für Konzerte oder Theatervorstellungen in der Schweiz. Die Webseite, zu der der Link führt, wirkt auf den ersten Blick seriös und professionell gestaltet. Ein Blick auf die offizielle Seite der jeweiligen Kultureinrichtung zeigt jedoch schnell, dass die aufgeführte Vorstellung derzeit gar nicht im Programm ist. Auch hier werden die Opfer dazu verleitet, ihre Kreditkartendaten anzugeben.
Empfehlungen
- Kaufen Sie Tickets nur über offizielle oder vertrauenswürdige Kanäle. Bevorzugen Sie die von der Veranstaltung zugelassenen Ticketverkaufsstellen (offizielle Websites, anerkannte Verkaufsstellen, offizielle Ticketbörsen). Vermeiden Sie die Graumarktplattformen.
- Seien Sie misstrauisch bei zu guten oder zu dringenden Angeboten: Tickets, die in letzter Minute zum Selbstkostenpreis (oder zu einem zu niedrigen Preis) für eine ausverkaufte Veranstaltung verfügbar sind, oder ein Verkäufer/Käufer, der Sie drängt, die Transaktion sofort abzuschliessen, sollten die Alarmglocken läuten lassen. Wenn Sie den Verdacht haben, dass es sich um einen Betrug handelt, brechen Sie den Austausch mit der Person sofort ab.
- Melden Sie Betrugsversuche: Wenn Sie eine verdächtige Anzeige entdeckt haben oder Opfer eines Betrugs geworden sind, benachrichtigen Sie die Betreiber der Plattform oder der Website, auf der die Kontaktaufnahme stattgefunden hat (Kleinanzeigenplattform, Facebook-Gruppe usw.).
Aktuelle Zahlen und Statistiken
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