Erste Schritte
Cyberkriminelle nutzen E-Mails, QR-Codes und Fake-Anrufe, um an Ihre Daten zu gelangen. Mit einfachen Massnahmen schützen Sie sich wirksam.
Im digitalen Alltag lauern vielerorts Fallen: gefälschte E-Mails, manipulierte QR-Codes, Anrufe von angeblichen Support-Mitarbeitenden oder Webseiten, die echten Anbietern täuschend ähnlich sehen. Persönliche Daten, Zugangsinformationen und Zahlungsmittel sind für Cyberkriminelle ein begehrtes Ziel. Mit wenigen, einfachen Massnahmen können Sie sich und Ihre Daten wirksam schützen. Die folgenden Empfehlungen zeigen, worauf es bei Passwörtern, sozialen Medien, Geräten, Online-Käufen, Datensicherung, QR-Codes und Social Engineering ankommt.
Passwörter und Zugriffsschutz
Geben Sie niemals sensible Daten wie Passwörter oder Kreditkartendaten auf einer Webseite ein, die Sie über einen Link in einer E-Mail oder Textnachricht geöffnet haben. Geben Sie Passwörter nur auf offiziellen Webseiten ein, deren Adresse Sie selbst in die Adresszeile eingeben. Öffnen Sie E‑Banking‑, Social‑Media- und Webmail-Seiten usw. niemals über eine Google-Suche. Zuoberst können Werbeanzeigen erscheinen, die auf Seiten führen, die offizielle Webseiten imitieren. Nutzen Sie für jeden Online-Dienst ein eigenes Passwort mit mindestens zwölf Zeichen aus Gross- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Aktivieren Sie, wo immer möglich, die Zwei-Faktor-Authentisierung und verwalten Sie Ihre Zugangsdaten in einem Passwortmanager. Wechseln Sie ein Passwort sofort, sobald Sie vermuten, dass es Dritten bekannt sein könnte.
Soziale Medien
Schützen Sie Ihre Konten mit starken Passwörtern und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentisierung. Überprüfen Sie regelmässig die Privatsphäre-Einstellungen Ihrer Profile und veröffentlichen Sie nur Informationen, die auch für Fremde unproblematisch sind. Seien Sie besonders vorsichtig bei Direktnachrichten mit Links oder Anhängen.
Geräteschutz
Halten Sie Betriebssystem, Programme und Apps auf allen Geräten stets aktuell und aktivieren Sie automatische Sicherheits-Updates. Schützen Sie Ihr Mobilgerät mit PIN, Passwort oder biometrischen Verfahren und aktivieren Sie die Ortungs- und Fernlöschfunktion, um im Verlustfall reagieren zu können. Installieren Sie nur Software und Apps, die Sie tatsächlich benötigen, und ausschliesslich aus offiziellen Stores oder von der Webseite des Herstellers. Ändern Sie auch bei Smart-Home-Geräten wie Kameras, Fernsehern oder Lautsprechern die Standardpasswörter, führen Sie regelmässig Updates durch. Vermeiden Sie, dass Geräte direkt mit dem Internet verbunden sind, schalten Sie einen Router mit Firewall dazwischen. Direkt mit dem Internet verbundene Geräte müssen besonders geschützt sein.
Online einkaufen
Prüfen Sie vor einer Bestellung das Impressum des Anbieters auf Vollständigkeit und Plausibilität, Kontaktadresse, Telefonnummer und Handelsregisternummer. Um eine Einschätzung treffen zu können, empfiehlt das BACS, die Erfahrungsberichte (Rezensionen) anderer zu lesen. Hat ein Webshop oder eine Firma keine Rezensionen, deutet dies auf einen neuen Shop hin. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Verwenden Sie für jedes Kundenkonto ein eigenes Passwort und bevorzugen Sie den Kauf auf Rechnung gegenüber Vorauszahlung. Wichtig: Geben Sie niemals Passwörter, Kreditkartendaten oder Codes an, um Geld beispielsweise aus einem Verkauf auf einer Kleinanzeigenplattform zu erhalten.
Datensicherung
Erstellen Sie regelmässig Sicherungskopien Ihrer wichtigen Daten, idealerweise als feste Routine. Speichern Sie Backups offline auf einem externen Medium wie einer externen Festplatte oder nutzen Sie die integrierten Funktionen Ihres Geräts: «Dateiversionsverlauf» (Windows 11), «Time Machine» (macOS), «Google One» (Android) oder «Samsung Cloud» (Samsung). Befolgen Sie die bewährte 3-2-1-Regel: drei Kopien Ihrer Daten auf zwei unterschiedlichen Speichermedien, eine davon an einem externen Ort.
QR-Codes
Betrachten Sie einen QR-Code vor dem Scannen genau und prüfen Sie, ob es sich nicht um einen Aufkleber handelt, der über das Original geklebt wurde. Geben Sie niemals Anmeldedaten auf einer Webseite ein, die Sie über einen QR-Code geöffnet haben. Stellen Sie fest, dass ein QR-Code auf eine bösartige Seite führt, informieren Sie umgehend den Besitzer des Ortes, an dem Sie ihn entdeckt haben.
Social Engineering
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Zeitdruck, Dringlichkeit und Drohungen sind klassische Warnsignale. Nehmen Sie Ihr Bauchgefühl ernst und prüfen Sie, ob die verlangte Handlung in der Situation überhaupt sinnvoll ist. Hinterfragen Sie Anweisungen von vermeintlichen Autoritäten wie Polizei, Bank oder Behörden kritisch. Offizielle Stellen fragen niemals nach Passwörtern, Codes oder Zahlungen. Brechen Sie den Kontakt ab, sobald sich Forderungen schrittweise steigern oder ungewöhnlich werden. Wenn Sie unsicher sind, verifizieren Sie unerwartete Anfragen über einen zweiten, unabhängigen Kanal. Tun Sie dies niemals über eine in der E-Mail oder Textnachricht angegebene E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, sondern verwenden Sie ausschliesslich an Kontaktdaten, die auf der offiziellen Webseite der Firma/Behörde angegeben sind.
