Konto gehackt oder Daten abgeflossen – Was nun?
Ein kompromittiertes Konto kann weitreichende Folgen haben: Cyberkriminelle können beispielsweise auf E-Mails zugreifen, sich Bezahldienste aneignen, Social Media-Konten missbrauchen oder Benutzerkonten übernehmen. Häufig erfolgt der unbefugte Zugriff über zuvor gestohlene Zugangsdaten, etwa durch Phishing oder Datenlecks. Wer schnell und gezielt reagiert, kann weiteren Schaden begrenzen oder verhindern.
Passwörter können beispielsweise durch Phishing oder Schadsoftware gestohlen werden. Aber auch bei Datenabflüssen gelangen regelmässig grosse Mengen an Passwörtern in die falschen Hände. Leider wird ein Passwortdiebstahl meist erst bemerkt, wenn es schon zu spät ist und man plötzlich nicht mehr auf Online-Dienste wie E-Mail, Webshops oder Social-Media-Konten zugreifen kann.
Achten Sie deshalb darauf, ob Logins oder versuchte Logins von fremden Orten oder zu ungewöhnlichen Zeiten stattgefunden haben. Grosse Unternehmen wie Apple, Google oder Microsoft senden Ihnen in diesem Fall Benachrichtigungen. Auch Änderungen der Einstellungen oder Nachrichten, die von Ihrem Konto gesendet wurden, aber offensichtlich nicht von Ihnen stammen, sind Warnsignale. Vorsicht: Betrüger nutzen dies auch aus und senden gefälschte Zugriffswarnungen, um Personen dazu zu verleiten, einen Phishing-Link anzuklicken oder eine Telefonnummer anzurufen. Klicken Sie deshalb nie einen Link in einer solchen E-Mail an. Überprüfen Sie Ihr Konto stets, indem Sie die bekannte Internetadresse des Dienstes manuell in die Adresszeile des Browsers eingeben, sich dort einloggen und überprüfen, ob eine Aktion erforderlich ist.
Mit dem Datenleck-Check von iBarry können Sie überprüfen, ob Passwörter zu Internetportalen, die mit Ihrer eigenen E-Mail-Adresse verknüpft sind, abgeflossen sind.
Online-Konto gehackt
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Online-Konto gehackt wurde, handeln Sie rasch und systematisch:
- Falls Sie noch Zugriff haben, ändern Sie unverzüglich das Passwort. Halten Sie sich dabei an die aktuellen Anforderungen für starke Passwörter.
- Wenden Sie sich umgehend an den Finanzdienstleister, wenn es sich um ein Konto eines Finanzdienstes handelt.
- Haben Sie keinen Zugriff mehr, nutzen Sie die Funktion «Passwort zurücksetzen». In den meisten Fällen kann das neue Passwort an eine hinterlegte alternative E-Mail-Adresse gesendet werden.
- Haben die Angreifer auch die alternative E-Mail-Adresse geändert, wenden Sie sich direkt an den Provider. Viele Anbieter verfügen über einen Prozess zur Kontowiederherstellung, bei dem Sie Ihre Identität bestätigen müssen. Falls die Wiederherstellung nicht beim ersten Mal funktioniert, empfiehlt sich die Wiederholung dieser Massnahme.
- Aktivieren Sie wenn möglich die Zwei-Faktor-Authentisierung, um Ihr Konto künftig besser zu schützen.
- Aktualisieren Sie Betriebssysteme und Anwendungen auf Ihren Geräten und führen Sie einen Scan mit aktueller Antiviren-Software durch.
Spezialfall E-Mail-Konto
Ein gehacktes E-Mail-Konto muss zusätzlich auf Weiterleitungsregeln überprüft werden. Oft erstellen Betrüger eine solche Regel, damit sie auch dann noch E-Mails erhalten, wenn das Passwort bereits geändert worden ist. Falls eine Weiterleitung von Fremden vorgenommen worden ist, entfernen Sie diese umgehend. Nachdem Sie wieder Kontrolle über das E-Mail-Konto haben, sollten Sie ausserdem alle Passwörter der Web-Dienstleister zurücksetzen, die mit diesem Konto in Verbindung stehen. Denn mit der Passwortrückstellungsfunktion können Betrüger auch Zugriff auf andere Dienste erhalten haben. Informieren Sie alle Personen und Unternehmen in Ihrer E-Mail-Kontaktliste. Teilen Sie ihnen mit, dass Ihr E-Mail-Konto gehackt wurde. So verhindern Sie, dass Ihre Kontakte auf Betrugsversuche hereinfallen.
Was tun, wenn persönliche Daten gestohlen wurden?
Bei einem Hackerangriff können neben Passwörtern auch persönliche Daten wie Name, Adresse oder Bankdaten gestohlen werden. Folgende Schritte helfen Ihnen, den Schaden zu begrenzen:
- Verschaffen Sie sich einen Überblick darüber, welche Daten betroffen sind, da je nach Art der Daten unterschiedliche Massnahmen nötig sind.
- Falls Bankdaten oder Kreditkarteninformationen gestohlen wurden, kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank, lassen Sie betroffene Karten sperren und prüfen Sie Ihre Kontoauszüge auf verdächtige Transaktionen.
- Erstatten Sie Anzeige bei der zuständigen Kantonspolizei, insbesondere wenn ein finanzieller Schaden entstanden ist.
- Falls Ihre Daten für betrügerische Bestellungen oder Kontoeröffnungen missbraucht worden sind, informieren Sie umgehend die betroffenen Online-Dienste und ändern Sie dort Ihre Zugangsdaten. Erstatten Sie zudem Anzeige bei der zuständigen Kantonspolizei, sobald ein Missbrauch festgestellt wird.
- Seien Sie in den Wochen nach dem Vorfall besonders wachsam gegenüber gezielten Phishing-Versuchen oder ungewöhnlichen Kontaktaufnahmen.
