Sicher online unterwegs
Ob E-Mail, E-Banking, Online-Shopping oder im Home-Office: Unser Alltag spielt sich zunehmend digital ab. Wo ein grosser Nutzen ist, gibt es aber meist auch Risiken. Wer grundlegende Sicherheitsregeln beachtet, schützt nicht nur seine Daten, sondern auch sein Vermögen und seine Identität.
Wir kommunizieren per E-Mail, erledigen Bankgeschäfte über das Smartphone, kaufen Waren im Internet oder greifen im Home-Office auf Unternehmensdaten zu. Diese digitale Vernetzung bringt Komfort und Effizienz, schafft jedoch gleichzeitig neue Angriffsvektoren für Cyberkriminelle. Oft genügt bereits ein unachtsamer Klick auf einen Link oder das Öffnen eines manipulierten Dokuments, um Schadsoftware zu installieren oder sensible Daten preiszugeben.
Sicherer Umgang mit E-Mails und Textnachrichten
E-Mails und Textnachrichten sind das häufigste Einfallstor für Phishing und verschiedenste Betrugsvarianten, aber auch für Schadsoftware. Angreifer versuchen, Empfängerinnen und Empfänger durch Täuschung zu bewegen, etwas zu tun, was sie normalerweise nicht tun würden, etwa einen Link anzuklicken, ein Dokument zu öffnen oder persönliche Daten einzugeben. Seien Sie besonders vorsichtig bei Nachrichten, die eine sofortige Handlung verlangen oder starken Zeitdruck erzeugen. Solche Methoden werden unter dem Begriff «Social Engineering» zusammengefasst. Das Ziel besteht hierbei darin, Emotionen wie Angst, Neugier, oder Hilfsbereitschaft auszunutzen.
Als Faustregel gilt: Geben Sie niemals sensible Daten wie Passwörter oder Kreditkartendaten auf Webseiten an, die Sie über einen Link in einer E-Mail oder Textnachricht geöffnet haben.
Weitere Punkte, die es zu beachten gilt:
- Klicken Sie keine Links in unerwarteten E-Mails an.
- Öffnen Sie keine Anhänge von unbekannten Absendern.
- Halten Sie Ihr E-Mail-Programm stets aktuell.
- Auch Nachrichten von bekannten Absendern können gefährlich sein, wenn deren Konto zuvor kompromittiert wurde.
Online kaufen und verkaufen
Das Internet bietet eine grosse Auswahl an Waren und Dienstleistungen. Gleichzeitig bestehen aber auch Risiken durch betrügerische Anbieter oder Angebote. Prüfen Sie unbekannte Online-Shops daher sorgfältig, bevor Sie diese nutzen. Um eine Einschätzung treffen zu können, empfiehlt das BACS, die Erfahrungsberichte (Rezensionen) anderer zu lesen. Hat ein Webshop oder eine Firma keine Rezensionen, deutet dies in der Regel auf einen neuen Shop hin. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Erfahrenen Nutzerinnen und Nutzern empfiehlt das BACS, einen Blick auf die sogenannten «Whois-Informationen» der Domäne zu werfen. Daraus lässt sich unter anderem das Alter einer Domäne erkennen. Je neuer die Domäne ist, desto höher ist in der Regel das Betrugsrisiko. Da positive Bewertungen zudem häufig gekauft oder gefälscht sein können, lohnt es sich besonders, auch die kritischen Rezensionen sorgfältig zu lesen.
Auch auf Kleinanzeigenplattformen sind Betrüger aktiv. Kleinanzeigenbetrug gehört zu den Cyberdelikten, die am häufigsten bei der Polizei angezeigt werden. Auch hier ist es wichtig, vorher die Bewertungen anderer Nutzerinnen und Nutzer zu lesen. Geben Sie im Anschluss eines Verkaufes keine vertraulichen Informationen wie Login-Daten für das E-Banking oder Kreditkartendaten auf angeblichen Versandportalen ein.
Beachten Sie folgende Empfehlungen:
- Prüfen Sie, ob ein Anbieter über ein Impressum verfügt. Prüfen Sie dieses auf Vollständigkeit und Plausibilität. Hat der Anbieter beispielsweise eine plausible Kontaktadresse, eine korrekte Telefonnummer oder E-Mail-Adresse und eine gültige Handelsregisternummer?
- Verwenden Sie für jeden Online-Dienst ein eigenes Passwort.
- Bevorzugen Sie den Kauf auf Rechnung statt Vorkasse.
- Prüfen Sie die Angaben zum Widerrufs- und Rückgaberecht sowie zu den Versandkosten.
- Verzichten Sie wenn möglich auf die Angabe von Kreditkartennummern. Wenn dies nicht möglich ist, achten Sie darauf, dass diese Angaben nur über eine verschlüsselte Website gemacht werden («https://», Schloss- oder Schlüsselsymbol in der Adresszeile des Browsers).
- Prüfen Sie Ihre Kreditkartenabrechnungen genau und informieren Sie bei Unstimmigkeiten das Kreditkarteninstitut.
- Prüfen Sie Bewertungen kritisch, denn auch Rezensionen können gefälscht sein.
Beim Verkauf gilt: Versenden Sie die Ware erst nach Zahlungseingang und vertrauen Sie nicht auf Zahlungsbestätigungen per E-Mail.
Weiterführende Informationen
Phishing-Mails im Namen von Kleinanzeigenplattformen – Erstverkäufer im Visier
Sicheres E-Banking
Immer mehr Bankgeschäfte werden online oder über mobile Apps abgewickelt. Finanzinstitute investieren erheblich in die Sicherheit. Angriffe zielen daher nicht auf die Bank, sondern auf die Geräte der Kundinnen und Kunden ab. Verwenden Sie E-Banking deshalb nur auf sicheren und aktuellen Geräten. Installieren Sie regelmässig Updates für das Betriebssystem und die Programme. Nutzen Sie einen aktuellen Virenschutz sowie eine aktivierte Firewall. Vermeiden Sie öffentliche Computer oder frei zugängliche WLAN-Netzwerke für die Abwicklung von Bankgeschäften.
Angriffe funktionieren in der Regel nur noch, wenn Sie den Betrügern mittels Fernzugriffssoftware Zugriff auf Ihren Computer gewähren oder ihnen sowohl das Passwort als auch das zweite Sicherheitselement (z. B. ein Einmalpasswort) auf einer Webseite oder am Telefon preisgeben. Achten Sie deshalb auf folgende Regeln:
- Geben Sie die Adresse Ihres Finanzinstituts immer manuell im Browser ein.
- Geben Sie Ihre Bankdaten nie auf einer Seite ein, die Sie über einen Link geöffnet haben.
- Finanzinstitute fragen niemals per E-Mail oder Telefon nach Ihrem Passwort oder nach dem Einmalpasswort (OTP), auch nicht, um eine angebliche betrügerische Zahlung zu stoppen. Unterbrechen Sie entsprechende Gespräche sofort.
- Beenden Sie jede Sitzung aktiv über den «Logout»-Button.
Das BACS empfiehlt zudem, jeweils die offizielle E-Banking-App Ihres Finanzinstituts zu verwenden. E-Banking-Apps gelten in der Regel als sicherer als der Zugriff über einen Webbrowser, da Browser aufgrund ihrer Vielzahl an Erweiterungen, Plugins und potenziellen Schnittstellen mehr Angriffsvektoren bieten. Offizielle Apps verfügen hingegen meist über zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie Gerätebindung oder integrierte Schutzfunktionen.
Sicher mit Künstlicher Intelligenz (KI) umgehen
KI-Anwendungen wie Chatbots oder Bild- und Videogeneratoren sind mittlerweile weit verbreitet und werden im Alltag immer häufiger genutzt. Sie unterstützen beim Schreiben von Texten, bei Übersetzungen, bei der Beantwortung von Fragen oder bei der Erstellung neuer Inhalte. Der Funktionsumfang dieser Tools ist vielseitig und vermittelt oft den Eindruck von Allwissenheit.
Der oft sorglose Umgang mit KI-Anwendungen birgt jedoch Risiken, insbesondere dann, wenn persönliche, sensible oder vertrauliche Informationen eingegeben werden. Viele KI-Anwendungen speichern Nutzereingaben oder verwenden diese zur Weiterentwicklung ihrer Systeme. Dadurch können Daten unbeabsichtigt weiterverarbeitet oder langfristig gespeichert werden.
Um Risiken zu minimieren, sollten folgende Schutzmassnahmen beachtet werden:
- Geben Sie keine persönlichen Daten wie Namen, Adressen, Passwörter, Bank- oder Gesundheitsinformationen in KI-Anwendungen ein.
- Teilen Sie keine vertraulichen Geschäfts-, Kunden- oder internen Firmendaten mit KI-Anwendungen.
- Nutzen Sie ausschliesslich seriöse und bekannte KI-Dienste und lesen Sie die Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen sorgfältig durch.
- Hinterfragen Sie die Antworten von KI-Anwendungen kritisch, da diese fehlerhaft, unvollständig oder irreführend sein können.
- Laden Sie KI-Anwendungen nur aus offiziellen App-Stores oder von vertrauenswürdigen Anbietern herunter, um gefälschte oder manipulierte Anwendungen zu vermeiden.
QR-Codes: Anwendungen und Risiken
QR-Codes erleichtern den Zugriff auf Webseiten, Zahlungsinformationen oder Apps. Ihr Vorteil liegt in der einfachen Handhabung. Ein Scan genügt und die gewünschte Aktion wird ausgelöst. Problematisch ist jedoch, dass der Inhalt eines QR-Codes vor dem Scannen nicht sichtbar ist. So kann sich hinter einem QR-Code auch eine schädliche Webseite oder ein dubioser Download verbergen. Betrüger können dann gefälschte Codes über bestehende QR-Codes kleben oder neue Codes anbringen. Eine übliche Masche ist es, den QR-Code an Parkautomaten zu überkleben. Da Nutzerinnen und Nutzer in diesen Fällen möglichst schnell ihre Parkgebühren zahlen wollen, achten sie weniger auf die URL der sich öffnenden Seite.
Beachten Sie folgende Schutzmassnahmen:
- Verwenden Sie eine vertrauenswürdige Scanner-App oder die integrierte Kamerafunktion.
- Geben Sie niemals Anmeldeinformationen auf einer Website ein, auf die Sie über einen QR-Code zugegriffen haben.
- Scannen Sie einen QR-Code erst, nachdem Sie ihn genau betrachtet oder gar berührt haben, um sicherzustellen, dass es sich nicht um einen Aufkleber handelt, der auf dem Original angebracht worden ist.
- Wenn Sie feststellen, dass Sie einen QR-Code mit einer bösartigen Verlinkung gescannt haben, informieren Sie umgehend die zuständige Person an dem Ort, an dem Sie den QR-Code entdeckt haben.
Weiterführende Informationen
Auch bei QR-Codes ist Vorsicht geboten
Parkgebühren-Phishing mit gefälschtem QR-Code
Soziale Medien
Soziale Medien ermöglichen einen einfachen Austausch mit Freunden, Familie und Geschäftspartnern. Gleichzeitig werden dort viele persönliche Informationen veröffentlicht, die von Cyberkriminellen missbraucht werden können. Öffentliche Profile, Beiträge, Kommentare oder auch Fotos enthalten wertvolle Details, die für Betrugsversuche oder Identitätsmissbrauch genutzt werden können. Ein sorgsamer Umgang mit persönlichen Daten ist daher besonders wichtig.
Beachten Sie folgende Schutzmassnahmen:
- Überprüfen Sie regelmässig die Privatsphäre-Einstellungen Ihrer Profile.
- Veröffentlichen Sie nur Informationen, deren Kenntnis und Verwendung durch fremde Personen unproblematisch ist.
- Seien Sie vorsichtig bei Direktnachrichten mit Links oder Anhängen.
- Verwenden Sie starke Passwörter und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentisierung.
Was einmal in den sozialen Medien geteilt wurde, lässt sich kaum vollständig entfernen. Ein bewusster und zurückhaltender Umgang schützt vor unerwünschten Folgen und erhöht die digitale Sicherheit.
Reisen ins Ausland
Bei Auslandsreisen ist bei der Nutzung mobiler Geräte besondere Vorsicht geboten. Informieren Sie sich vor der Abreise über die länderspezifischen Vorschriften und vermeiden Sie die Nutzung öffentlicher Computer und öffentlicher WLAN-Netzwerke für sensible Aktivitäten wie E-Banking oder den Zugriff auf vertrauliche Daten.
Nehmen Sie nur unbedingt notwendige Geräte mit und schützen Sie diese konsequent vor Verlust oder Diebstahl. Hotelsafes bieten keinen vollständigen Schutz. In einigen Ländern sind die Behörden ausserdem dazu berechtigt, elektronische Geräte zu überprüfen oder Datenträger einzusehen. Nehmen Sie daher nach Möglichkeit keine sensiblen Daten mit oder verschlüsseln Sie diese konsequent. Geben Sie möglichst wenige Reiseinformationen preis – beispielsweise in den Sozialen Medien. Vermeiden Sie die Nutzung öffentlicher USB-Ladestationen und verwenden Sie stattdessen Ihre eigenen Ladegeräte oder eine Powerbank. Nutzen Sie wenn möglich das Internet über das Mobilfunknetz und informieren Sie sich vorab über mögliche Roaming-Kosten. Bewahren Sie elektronische Geräte im Handgepäck auf und lassen Sie dieses nicht unbeaufsichtigt.
Weiterführende Informationen
Ferienzeit: Darauf gilt es nach der Rückkehr zu achten
Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA): Reisehinweise kurz erklärt
